|
|
Schlauchmagen
Was ist ein Schlauchmagen?Das Prinzip der Bildung eines Schlauchmagens ist die Verkleinerung des Magenvolumens (restriktives Verfahren). Bei der meist minimalinvasiven Operation werden über 4/5 des großen gewölbten Magenteils (Fundus) entfernt, so dass ein schlauchförmiger Restmagen übrig bleibt. Durch die Entfernung des Fundus werden hormonproduzierende Zellen, die Bei der Entstehung von Fettleibigkeit eine wichtige Rolle spielen, mit beseitigt und das Magenvolumen auf 150 - 200 ml reduziert. Somit können nur sehr geringe Nahrungsmengen zugeführt werden und der Patient nimmt ab. Die Dauer des Klinikaufenthaltes beträgt 5 bis 10 Tage.
Welche Vorteile hat der Schlauchmagen?Die Schlauchmagenbildung führt zu einem raschen Gewichtsverlust, jedoch geringer als beim Magenbypass. Im Gegensatz zum Magenbypass sind keine regelmäßigen Vitamin-B12 Substitutionen erforderlich. Der obere Verdauungstrakt bleibt mittels Magenspiegelung weiterhin einsehbar. Es wird kein Fremdkörper implantiert, die Operation ist in ihrem Ausmaß deutlich kleiner als der Magenbypass und es besteht ein signifikant geringeres OP-Risiko gegenüber anderen Methoden. Eine Umwandlung des Schlauchmagens in einen Magenbypass kann erfolgen. Exakte Daten zum Gewichtsverlust liegen derzeit noch nicht vor. Realistisch gesehen, ist eine Reduktion von 50-60% des Übergewichts innerhalb der ersten 2 Jahre möglich.
Welche Nachteile hat der Schlauchmagen bzw. welche Komplikationen können auftreten?
Langzeitergebnisse zu dieser Operationsmethode liegen derzeit noch nicht vor. Eine erneute Ausweitung des Magenschlauches ist möglich. Die Operation ist bei Essstörungen wie Binge Eating (unkontrollierte Essattacken) oder Sweet Eating (vorzugsweise Süßigkeiten oder hochkalorischen Getränken wie Fruchtsäfte, Limonaden), sowie bei Patienten mit Sodbrennen nicht geeignet. Es kann vor allem durch Diätfehler zu einer Ausweitung (Dilatation) des Magenschlauches kommen. Die Folge ist eine herabgesetzte Wirksamkeit in Hinblick auf die gewünschte Gewichtsreduktion. Eine konsequente Ernährungsumstellung und Bewegungstherapie sind obligat für den Erfolg. Ein bereits vor der Operation bestehendes saures Aufstoßen kann durch diese Operation deutlich verstärkt werden.
|
|
Adipositas Zentrum München Zur Anmeldung |