Adipositas Zentrum München

 

Drucken E-Mail

Ernährung nach Magenbypass-OP (2)

Der Aufbau bis hin zur normalen Ernährung nach der Operation verläuft im wesentlich wie folgt:

Die ersten zwei bis drei Phasen des Nahrungsaufbaus sind am Entlassungstag bereits abgeschlossen.

Phase I (bis 2. post-OP-Tag)

In Phase eins wird am zweiten postoperativen Tag ein Gastrographinschluck durchgeführt, welcher die Suffizenz (Dichtigkeit) der Anastomosen und eventuelle Stenosen (Verengungen) zeigen soll. Sind die Anastomosen suffizient und keine Stenose vorhanden, kann der langsame Kostaufbau zunächst mit Wasser und Tee beginnen.

Phase II (bis 5.post-OP-Tag)

In der Phase zwei wird dem Nahrungsspektrum zunächst nur Brühe und Joghurt hinzu gefügt. Am 5.post-OP-Tag wird eine Blautee-Probe durchgeführt, die Hinweis auf eine eventuelle Insuffizienz (Undichtigkeit) zeigen soll.

Phase III (Tag 6 - 4. Woche)

In dieser Phase, wird auf weiche Ernährung im Sinne von pürierter Nahrung umgestellt. Diese sollte vor allem Proteine und Milchprodukte enthalten. Fett und Zucker hingegen sollten reduziert sein. Dieses Stadium ist sehr individuell. Intoleranzen für bestimmte Nahrungsmittel können auftreten.

Phase IV (ab 5. Woche)

Es erfolgt der langsame Übergang zu einer normalen Ernährung, die sich auf Proteine und Milchprodukte stützt und weiterhin Zucker und Fett vermeidet. Schließlich sollte schrittweise von weicher zu festerer Nahrung übergegangen werden. Hierbei könnte z.B. mit gekochtem Huhn oder Fisch begonnen werden. Fleisch könnte einige Zeit überhaupt nicht vertragen werden. Dies müssen Sie jedoch selbst feststellen.

Sie sollten die Speisen lange Kauen sowie Pausen zwischen den einzelnen Bissen einhalten. Beim Eintreten eines Völlegefühls, das schon nach wenigen Löffeln auftreten kann, sollte die Nahrungsaufnahme beendet werden. Pro Tag können 3-6 Mahlzeiten eingenommen werden.

Als allgemeine Hinweise gelten, dass man Getränke ½ Stunde vor einer Mahlzeit vermeiden sollte, um ein Völlegefühl zu vermeiden. Bei der Flüssigkeitsaufnahme sollte man sich eine gewisse zeitliche Regelmäßigkeit angewöhnen, so dass das Gesamtmaß von 2 Liter Flüssigkeit pro Tag eingehalten wird. Dies ist im besonderen Maße wichtig, um eine Dehydration zu vermeiden. Wichtig ist, dass Sie sich nicht überessen und die Nahrungsaufnahme beenden, wenn sie sich satt fühlen. Zuerst sollten immer Proteine und danach Gemüse und Früchte und zum Abschluss Kornprodukte aufgenommen werden. Insgesamt kann das Volumen der Nahrungsaufnahme von Löffelweise zu kleinen Nahrungen gesteigert werden, da der Restmagen-Pouch sich noch etwas vergrößern wird.

Als allgemeine Grundsätze gelten, dass man langsam essen und gründlich kauen soll. Konzentrierte Zucker- sowie fettige Produkte sollten vermieden werden, da dies zu Durchfällen, Blähungen und Unwohlsein führen könnte. Im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme sollten keine großen Flüssigkeitsmengen getrunken werden, da sonst ein rasches Völlegefühl ohne feste Nahrungsaufnahme auftreten würde.