Adipositas Zentrum München

 

Drucken E-Mail

Ernährung nach Magenband - OP (1)

Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist die richtige Umstellung des Essverhaltens auf die neuen Bedingungen. Das Leben mit dem Band muss erlernt werden. Die richtige Aufklärung über das notwendige Essverhalten, das Gewöhnen eine neue Esskultur ist entscheidend und verhindert insbesondere das Auftreten von Nebenwirkungen und Komplikationen. Es ist für den Patienten wichtig zu wissen, wie das Band funktioniert. Die Aufnahmekapazität für feste Nahrung ist drastisch eingeschränkt. Die gesamte Nahrung muss das enge Stoma (Bandöffnung) passieren. Dementsprechend müssen die folgenden 10 Punkte berücksichtigt werden. Wir empfehlen unseren Patienten nach einer Operation:

1. Langsam essen und jeden Bissen 15 bis 20 mal kauen

Die Nahrung kann die enge Bandöffnung nur passieren, wenn sie breiig ist und keine größeren festen Bestandteile enthält. Dementsprechend muss jeder Bissen gründlich und mehrfach gekaut werden. Das eigene Kauen ist dabei viel besser, als ein maschinelles Pürieren der Nahrung, weil damit die Geschwindigkeit der Nahrungsaufnahme langsam bleibt. Damit wird das Sättigungsgefühl besser wahrgenommen. Die Speisen sollten grundsätzlich in Ruhe eingenommen werden.

2. Geringe Mengen zusammenstellen

Es kann allen Operierten durchaus ernsthaft empfohlen werden: "Werden sie zum Gourmet". Wenn der Patient früher gern große Portionen mit Nachschlag liebte, so kann er heute zufriedener Gast in jeder gehobenen Gastronomie werden. Die Patienten müssen die positive Seite dieser neuen Esskultur kennen und bewusst erleben lernen.
Entscheidend ist, dass beim geringsten Sättigungsgefühl die Nahrungsaufnahme unterbrochen wird. Die anerzogene Fehlhaltung, der Teller muss leer gegessen werden, muss abgelegt werden. Ein früher vor der Operation möglicherweise vorhandene Mechanismus, dass erst der Anblick des leeren Tellers das Signal zum Aufhören gibt, funktioniert ohnehin nicht mehr. Bereits nach kleinen Portionen tritt eine Sättigung ein - ein Anlass um unbedingt sofort aufzuhören. Wird dennoch weitergegessen, so kommt es schließlich zum Erbrechen. Damit entstehen Gefahren für das Magenband, die zu Komplikationen führen können.

3. Essen und Trinken zeitlich trennen

Die Bandträger merken bald, dass mit dem Magenband auch das Trinken rasch sättigt. Wenn sie also ein Sättigungsgefühl haben, dürfen sie aus Prinzip nicht weiter essen. Essen und Trinken sollte zeitlich getrennt werden. Flüssigkeit zur Nahrung getrunken verbessert und beschleunigt die Passage und erhöht damit die Aufnahmekapazität. Der Effekt der Gewichtsreduktion fällt möglicherweise geringer aus.