Adipositas Zentrum München

 

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Ernährung nach Magenband - OP (3)

8. Vitaminreiche Nahrung

Einschränkung in der Quantität der Nahrung muss nicht Einschränkung der Qualität bedeuten. Ganz im Gegenteil. Es ist bei einer eingeschränkten Nahrungszufuhr von entscheidender Bedeutung, dass auf eine qualitativ vollwertige Ernährung geachtet wird. Qualitativ vollwertig bedeutet, dass Vitamine, Mineralien und Spurenelementen in ausreichender Menge zugeführt werden. Das ist kein Widerspruch. Durch eine Auswahl vollwertiger und abwechslungsreicher Kostformen unter Einbeziehung von frischem Obst und Gemüse kann der Patient dieser Forderung gerecht werden.

9. 3-4 Mahlzeiten pro Tag

Der normale Rhythmus einer gesunden Ernährung ist in europäischer Region auf einer über die Tageszeit verteilten Ernährung. Die Begrenzung der Mahlzeiten in der Anzahl und über den Tagesrhythmus verteilt, sichert die Begrenzung der Nahrungszufuhr in der Gesamtbilanz. Frühstück, Mittagessen, Vesper und Abendbrot sind Mahlzeiten, die unserem Kulturkreis entsprechen. Ein ständiges essen von "Zwischenmahlzeiten" und "Snacks" wird durch das Band nur wenig behindert. Es sollte aus "Bilanzgründen" unterbleiben. Das Band liefert in erster Linie einen Schutz gegen das unbändige Essen großer Mengen von Nahrung. es wirkt wie eine "Essbremse".

10. Selbstdisziplin: Bei geringstem Sättigungsgefühl: sofort aufhören zu essen!

Der durch das Magenband abgeschnürte Pouch ist nicht nur das Reservoir, sondern auch Steuerungsorgan.
Bei einer ausreichenden Füllung des Pouches kommt es zu einer Dehnung der Magenwand in diesem Bereich. Durch Rezeptoren (Empfänger des Signals Dehnung) werden körpereigene Wirkstoffe des Verdauungstraktes freigesetzt. Diese in die Blutbahn freigesetzten Hormone und aufsteigende Nervenbahnen melden dem Zentralnervensystem "Sättigung". Viele Patienten kennen dieses Gefühl schon seit langem nicht mehr, da ihr Magen mit einem besonders großen Fassungsvermögen nicht mehr in der Lage war, diese Signale zu entsenden. Offenbar ist es nicht so, dass das Zentralnervensystem prinzipiell nicht mehr in der Lage ist diese Signale aufzufangen oder zu verarbeiten, denn nach der Operation lernen diese Patienten wieder das "Sättigungsgefühl" kennen.
Das größere Problem stellt bei vielen Essgestörten die Fähigkeit dar, bei einem Signal "Sättigung" auch wirklich aufzuhören. Gelegentlich essen die Patienten einfach weiter, entweder aus Gewohnheit oder Unvermögen eine Selbstkontrolle aufzubauen, und schließlich erbrechen Sie. Damit setzen Sie das Band und sich selbst einer großen Gefahr aus. Entscheidend ist es frühzeitig solche Verhaltensstörungen zu erfassen und eine Verhaltenstherapie einzuleiten.